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Methodenwahl: Optisch, Sonar oder kombiniert

Eine kompakte Entscheidungshilfe für Planer, Betreiber und Sachverständige: welches Verfahren passt zu welcher Inspektions­aufgabe? Diese Seite ergänzt den Methoden-Vergleich aus ROV vs. Taucher und die technischen Grundlagen aus Sonar-Grundlagen um eine aufgabenbezogene Matrix.

Drei Wahl-Modi auf einen Blick

Die Methodenwahl reduziert sich in der Praxis auf drei Konfigurationen, die jeweils unterschiedliche Stärken haben.

Optisch (HD-Video + Stills)

Standardverfahren der ROV-Inspektion. Reicht bei klarer Sicht, definierter Asset-Geometrie und visueller Schadens-Dokumentation.

Sonar (Side-Scan / Multibeam / Profil)

Akustische Erfassung. Notwendig bei eingetrübtem Wasser, großflächiger Suche oder geometrischer Vermessung — siehe Sonar & Scanning.

Kombiniert (Optisch + Sonar)

Beide Methoden parallel. Empfohlen bei variablen Sichtverhältnissen, sicherheitsrelevanten Bauwerken oder wenn sowohl Geometrie als auch Schadensbild gefordert sind.

Methodenwahl nach Aufgabe

Diese Matrix zeigt die typische Empfehlung je Inspektionsaufgabe. Sie ist kein Ersatz für ein Briefing — sie strukturiert die Methodenwahl als Ausgangspunkt.

Inspektionsaufgabe Optisch Sonar Kombiniert
Kaimauer-Sichtprüfung bei klarer Sichtempfohlenoptionaloptional
Kaimauer bei eingetrübtem Hafenwassereingeschränktmöglichempfohlen
Brückenpfeiler-Bauwerksprüfungempfohlenergänzendbei Kolk-Vermessung
Kolkbildung / Bathymetrie am Pfeilerfußnicht ausreichendempfohlenfür Bild + Geometrie
Industriebecken bei klarem Wasserempfohlenoptionaloptional
Kühlwasser-/Speicherbecken mit Trübungeingeschränktmöglichempfohlen
Großflächige Suchaufgabe (Suchen & Bergen)ungeeignet bei GrößeempfohlenSonar führt, optisch verifiziert
Habitatkartierung / Sediment-Klassifizierungbegrenztempfohlenfür Verifikation
Unterwasser-Vermessung großer Flächenaufwendigempfohlenfür Detail-Verifikation
Beweissicherung nach Havarieempfohlenergänzendbei Bauwerks­schaden
Monitoring-Folgeaufnahme (Zeitreihe)identisch zur Baselineidentisch zur Baselineidentisch zur Baseline

Wann optisch?

Eine optische ROV-Inspektion ist die richtige Wahl, wenn:

Typische Beispiele: Kaimauer-Inspektion bei klarem Wasser, Brückenpfeiler-Sichtprüfung, Schleusen­wand-Dokumentation.

Wann Sonar?

Sonar wird zur primären Methode, wenn:

Methodische Grundlagen — Multibeam, Side-Scan und Profilsonar — sind im Artikel Sonar-Grundlagen dokumentiert.

Wann kombiniert?

Die Kombination aus optisch und Sonar ist die richtige Wahl, wenn:

Die kombinierte Methodik bildet die Grundlage für die meisten Monitoring- und wiederkehrenden Prüfungen sowie für anspruchsvolle Versicherungs- und Gutachten-Einsätze.

Was die Methodenwahl beeinflusst

Sicht im Einsatzbereich

Erfahrungs­werte aus dem Gewässer, Jahreszeit, Schwebstoffe. Bei Unsicherheit empfiehlt sich die kombinierte Methodik.

Asset-Typ und Geometrie

Lineare Strukturen (Kaimauern, Pfeiler) sind optisch gut zugänglich. Flächen, Becken und Sedimente brauchen Sonar.

Berichts- und Prüf­empfänger

Behörden- und Gutachten-Kontexte erwarten oft sowohl Bild als auch geometrische Nachweise. Versicherer fokussieren auf Bild.

Deliverable-Anforderung

Befundbericht mit Bildverweisen → optisch. GIS/CAD-Daten oder Punktewolke → Sonar oder kombiniert.

Wiederholbarkeit / Zeitreihe

Die Methodenwahl der Erstaufnahme bestimmt die der Folgeaufnahmen — Vergleichbarkeit erfordert identische Methodik.

Genehmigungs- und Sicherheits­kontext

In Schutzgebieten, sensiblen Anlagen oder bei laufendem Betrieb kann die Methodenwahl durch Auflagen mit­bestimmt sein.

Häufige Fragen zur Methodenwahl

Wann reicht eine rein optische ROV-Inspektion?

Bei ausreichender Sichtweite (typischerweise > 1–2 m) und klarer Aufgaben­stellung wie Bauwerks­prüfung, Schadens­bild-Dokumentation oder visuelle Zustands­aufnahme. HD-Video und gezielte Standbilder reichen in diesen Fällen für eine prüf­fähige Dokumentation.

Wann ist Sonar zwingend?

Bei stark eingetrübtem Wasser, Schwebstoffen, hohem Sediment­eintrag, großflächiger Suchaufgabe oder geometrischer Vermessung großer Flächen. Sonar liefert dort, wo optische Verfahren an ihre Grenze stoßen.

Wann werden optisch und Sonar kombiniert?

Wenn sowohl geometrische Erfassung als auch visuelle Schadens-Dokumentation gefordert sind, oder wenn Sichtverhältnisse variabel sind. Die Kombination liefert redundante, sich ergänzende Datensätze.

Wer trifft die Methodenwahl?

Die Methodenwahl wird im Briefing gemeinsam zwischen Auftraggeber und ScanSustain festgelegt — basierend auf Ziel, Asset-Typ, erwarteter Sicht, geforderten Deliverables und Berichtsformat. Der ScanSustain-Prozess beschreibt diesen Briefing-Schritt im Detail.

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